COLOR CODES – COLOGNE MUNICH – 17.11. – 15.12.2019

Ausstellungseröffnung am 17.11.2019 um 11:00 Uhr.  
Es begrüßt Sie Vize-Bürgermeister Rudolf Eich.
Zur Einführung spricht Michael Schneider.

Die Ausstellung ist bis zum 15. Dezember 2019 jeweils samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 14 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter Tel. 02241/1261581 zu sehen.
Am 15.12.2019 findet um 11:30 Uhr die Finissage statt.

Petra Amerell Claudia Desgranges Isabelle Dyckerhoff Thomas Deyle
Rainer Gross Doris Hahlweg

3 KünstlerInnen aus München – 3 Künstlerinnen aus Köln
Sechs Maler*innen aus München und aus Köln, die in der Tradition der Farbmalerei stehen, haben trotz der täglichen virtuellen Bilderflut des digitalen Zeitalters mit Farbe und Pinsel auf Leinwand, Aluminium oder Acrylglas ihre ganz persönliche Handschrift entwickelt. Die Gemälde und Bildobjekte entstehen während des Malprozesses, ohne gegenständlichen Bezug und ganz aus der Farbe heraus. Trotz des gemeinsamen Themas unterscheiden sich die einzelnen Positionen der sechs Künstlerinnen und Künstler stark – ihre Schwerpunkte sind jeweils anders gelagert.
Die Auswahl der Maler/innen zeigt den jeweils unterschiedlichen Diskurs in Köln und in
München. In München ist der expressive, gestische Aspekt der Farbe auf Leinwand stärker im Vordergrund während in Köln die Auseinandersetzung mit ´Farbe an sich`auf unterschiedlichen Materialien erprobt wird.

Munich
So bestimmen freie und rhythmisch gesetzte Formen und sich überlagernde Flächen den Bildraum der großformatigen, farbintensiven Leinwände von Petra Amerell. Es geht der Künstlerin um die Frage, wie Farben im Bild miteinander kommunizieren, sich gegenseitig steigern, reizen und Farbklänge bilden, so dass ein aufregendes und vibrierendes Ganzes entsteht.
Im Gegensatz dazu stellt Isabelle Dyckerhoff die Frage: wie viel wenig ist genug, damit ein Bild als Bild funktioniert? Im Mittelpunkt ihrer großformatigen – manchmal ungrundierten rohen Leinwand – steht die materielle Präsenz der Farbe und ihre räumliche Wirkung. Farbe kann gestisch den Bildraum erobern oder in relativ regelmäßigen rechteckigen Formen einem Raster oder Muster ähnlich die Leinwand bespielen oder ganz sparsam gesetzt werden.
Die Malerei auf Aluminium von Doris Hahlweg ist äußerst subtil – teils irisierend, teils
transparent, teils leicht und glänzend, teils schwer und matt – sind die Farben in wechselndem Duktus aufgetragen, wobei der Interaktion von Malgrund und Farbe eine zentrale Bedeutung zukommt. Der Objektcharakter von Farbe und Tafeln erweisen sich dabei als wesentliche Themen.

Cologne
Thomas Deyles Bilder auf Acrylglas gehören ins Zentrum des Purismus. Sein Thema ist die reine Farbe, sie ist das Subjekt und zugleich im wörtlichen Sinne ihr Gegenstand. In
hundertfachen Schichten wird die dünnflüssige Farbe auf den Bildträger aufgetragen.
Die Farbe ist Fläche und zugleich virtueller Raum. Farbe und Licht werden in seinen Bildern zu fast spürbarer Energie.
Die ´Twins`- oder Contaktpaintings von Rainer Gross sind Diptychen, zweiteilige
gleichgroße Bilder, die durch ein aufwendiges technisches Verfahren hergestellt werden. Sie entstehen durch Abdrücken des einen Bildes auf das andere.
Die mit unterschiedlichen Farbmaterialien benetzten Bilder werden erst durch das
Zusammenpressen der einzelnen Formate – sozusagen – „bemalt“.
Es entstehen Bilder mit einem intensiven Kolorit und einer enormen haptischen Präsenz des flächigen Farbauftrags.
Claudia Desgranges beschäftigt sich in ihren mehrteiligen Arbeiten auf Aluminium mit den Grundlagen der Malerei und ihren Möglichkeiten. Die meist zwei- oder dreiteiligen,
farbintensiven Bilder(„composite paintings“), sind so aufeinander bezogen installiert, dass sich die dünnen Aluminiumplatten gegenseitig überlagern. Die einzelnen unterschiedlichen Bildformate bestehen z.T. aus Zitaten der – eigenen – Malereigeschichte. Im Spiel mit den unterschiedlichen Farben, Bewegungsrichtungen und Geschwindigkeiten werden neue
Seherfahrungen initiiert.

Ausstellungsansicht COLOR CODES – COLOGNE MUNICH im Kunsthaus Troisdorf
© BAQUET PHOTODESIGN

EMIßATETT – 3.11.2019, 18 Uhr

Elisabeth Coudoux– Cello, Komposition

Matthias Muche – Posaune

Robert Landfermann – Kontrabass

Philip Zoubek – präpariertes Piano

Etienne Nillesen – snare drum & cymbals

Das Emißatett besteht seit 2013, und Elisabeth Coudoux und ihr Cello waren und sind sein  musikalischer und organisatorischer Ausgangspunkt. Am Anfang war es ein Trio, zwei regelmäßige Gäste stockten es zum Quintett auf. Häufig werden weitere Gäste einbezogen. In dem Namen der Band klingt der Vorname der Gründerin aus einiger Ferne an. Auch der „Emissarius“, der ein Abgesandter ist oder ein Späher, ist darin verborgen. [Späher beherrschen die Kunst, sich zu verbergen, und seit Jahren vertrauen sie einander auf ihren Wegen.]

Das Emißatett findet und erforscht überlieferte und neue Arten, Musik zu spielen. Jede/r trägt die gleiche Verantwortung für das Ganze, das ständig Farbe, Dichte und Richtung ändern kann. Jede/r hört in jedem Augenblick, was zu tun und was möglich ist. Das Quintett bewegt sich in einem mehrdimensionalen Spiel-Raum, wo niemand nur den Anderen folgen kann.

Das Cello, sonst eher bekannt als leicht melancholische Romantikerin, kreischt und bebt und springt in die Zeit. Zusammen mit dem Klavier als Raumschiff, der Snare als Satellit, dem Bass als Nährstoff und der Posaune als Transducer sprengen sie das Nichts Tun. Klänge rauschen vorbei, die dich dein Inneres in Ruhe begehen lassen, um dich mit gedehnter Wahrnehmung wieder abzusetzen. Destination Multiversum.