IDENTITÄT – 18.9. -16.10.2022

Drei künstlerische Positionen zu einem kontroversen Meta-Thema
Der Begriff ‚Identität‘ beschreibt, wie Menschen sich selbst wahrnehmen und verstehen. Die Fragen ‚Was macht mich aus?‘ und ‚Wer will ich sein?‘ stellt sich heutzutage jeder Mensch.”, sagt Kuratorin und Kunstvermittlerin Sabine Klement, “Je mehr Freiheiten und Möglichkeiten wir haben, umso komplexer und dringender erscheinen sie.” Alle drei Künstler:innen sind im Rheinland verwurzelt und zugleich aus ihren Biografien heraus kompetent und motiviert, Identitätsfragen nachzugehen.
Christian Amouzou inszeniert in der Fotoserie ‚Typisch deutsch‘ ein charismatisches, junges Schwarzes Modell in verschiedenen deutschen Trachten. So schafft er faszinierende Wechselbilder, die Betrachter:innen mit ihren Klischeevorstellungen von Exotik und Heimat konfrontieren.
Nora Hase thematisiert in ihren ‚Triptychen‘ die Suche von Individuen nach sich selbst und einem Platz in der Gesellschaft. In ästhetisch spannungsreichen digitalen Fotokompositionen hinterfragt sie exemplarisch den Sinn eindeutiger Zuschreibungen von Geschlecht und Herkunft.
Claudia Robles-Angel verwebt in digitalen Kompositionen visuelle und auditive Aspekte ihrer beiden Heimatstädte Bogotá (Kolumbien) und Köln zu einem transkulturellen Ganzen. Zugehörigkeit erfährt die vielsprachige Medienkünstlerin in der Natur, der Kunst und auch in der Digitalität.
Bestimmen Äußerlichkeiten die Identität eines Menschen? Erfinden wir unsere Identität selbst oder wird sie durch die Blicke anderer auf uns definiert? Ist Identität eindeutig festgelegt oder fluide? Sabine Klement: „Die Arbeiten von Claudia, Nora und Christian zeigen, dass aus einem vielschichtigen Selbstverständnis heraus Anknüpfungsmöglichkeiten zwischen Menschen entstehen. Darin liegt ein Versöhnungspotenzial für plurale Gesellschaften.“
Christian Amouzou
Fotoserie ‚Typisch Deutsch‘
inszenierte Porträtfotografie, 2021, 18 Teile
Nora Hase
6 Triptychen
Fotografie (Fotomontage, Recollage) 2020/22, 18 Teile, eine Foto-Installation 2022
Claudia Robles-Angel
Digitale Medienkunst: Projektion, Installation, Objekte, elektronische Musik, 2014-2022

Öffnungszeiten:
Samstags 15 – 18 Uhr
Sonntags 11 – 14 Uhr
sowie nach Vereinbarung unter 02241 1261581 (Kunsthaus) oder 0176 24550581 (Sabine Klement)
Eröffnung der Ausstellung am 18.9.2022, 11 Uhr
Einführung in die Ausstellung: Sabine Klement (Kuratorin der Ausstellung)
Konzert:
Akusmatisch – Audiovisuell – Live!
Claudia Robles-Angel & Javier A. Garavaglia Samstag, 8.10.2022, 19 Uhr
Finissage:
Sonntag, 16.10.2022, 11 Uhr
Führung mit Sabine Klement um 12 Uhr

DAS ODRADEK-PROJEKT – 14.8. -11.9.2022

Das Odradek-Projekt ist ein gemeinsames Ausstellungskonzept von Helmut Brandt, Martin Langer und Hyacinta Hovestadt:

Bei gegenseitigen Ausstellungs- und Werkstatt besuchen erkannten Helmut Brandt, Martin Langer und Hyacinta Hovestadt die Ähnlichkeiten ihrer künstlerischen Ansätze und Ikonografien: Spuren und Dinge, welche die Zeit überdauerten, werden für Helmut Brandt, Hyacinta Hovestadt und Martin Langer zu Quellen ihres künstlerischen Schaffens.

Das Odradek-Projekt: Helmut Brandt, Skriptuale Malerei / Hyacinta Hovestadt, „Fragmente“, Wellpappe oder Tonziegel / Martin Langer, „Artefakte“, Holz Das Odradek-Projekt

Wie Archäologen oder Paläontologen fühlen auch sie sich von den stummen Zeugen einer rätselhaften Vergangenheit angezogen. Doch während jene forschen und das Rätsel lüften wollen, lieben sie die Fülle der Möglichkeiten, welche ein Geheimnis in sich trägt. So spüren sie dieser persönlichen Faszination nach, entwickeln und verwandeln sie in eigene Werke. Die Formensprache vergangener Architektur, die Anmutung überdauerter Gebrauchsgegenstände, die Schönheit einer unbekannten Schrift – Fragmente regen sie an, mit den unterschiedlichsten Materialien wie Wellpappe, Ziegel, Holz, Farbe und Leinwand neue Werke zu bilden, mit eigenen atmosphärischen Stimmungen, assoziativen Räumen, Erinnerungen. Dabei ist die dem Verschlissenen, Vernarbten innewohnende Ästhetik von hoher Bedeutung.

Kafkas Hausvater rätselt über seinen Odradek, was seine Herkunft , was seine Zukunft sei, ob er „eine Art Ziel, eine Art Tätigkeit“ gehabt habe. Ganz ähnlich oszillieren die Werke der Drei. Halb Wiedererkanntes und Vertrautes, halb fremder Zweck, unvollständige Botschaft. Eigenständig sind die künstlerischen Ansätze, denen dieselbe Faszination zugrunde liegt. Das verbindet. So beschlossen Brandt, Langer und Hovestadt ein gemeinsam abgestimmtes Ausstellungsvorhaben zu starten: Das Odradek-Projekt

Ausstellungseröffnung: 14.8.2022, 11 Uhr
Es begrüßt Sie Tanja Gaspers, die Kulturdezernentin der Stadt Troisdorf.
Zur Einführung spricht Dr. Christiane Rath, Kunsthistorikerin.
Musik: Die SubUnternehmer (Detlef Brenken, Flöten & Rainer Weber, Baßklarinette)