YAROSLAV LIKHACHEV QUARTET – 25.6.2020, 20 UHR

Das Yaroslav Likhachev Quartett ist aktiv seit 2016 und präsentiert die Eigenkompositionen des Bandleaders und Tenorsaxophonisten die stilistisch im zeitgenössischen Jazz angesiedelt, aber tief in der amerikanischen Jazztradition verwurzelt sind.
Das musikalische Konzept dahinter geht in zwei Richtungen gleichzeitig: neuartige Klangwelten und Rhythmen werden erforscht – z.B. inspiriert durch die „Neue Musik“ – und mit der Fülle der Möglichkeiten des Bop-Vokabulars und seiner zeitgenössischen Interpretation kombiniert.
Dabei passiert es ganz von selbst dass jedes Bandmitglied seine eigenen musikalischen Erfahrungen und Einflüsse mit einbringt die das kollektive Zusammenspiel prägen – ständig auf der Suche nach neuen improvisatorischen Wegen und Ausdrucksmöglichkeiten mit dem Ziel bestehende Grenzen zu durchbrechen und neu zu definieren.
Ungeachtet der Komplexität von Form und Harmonie und sowohl in energetischen Ausbrüchen als auch in lyrischen Passagen bleibt die Musik dieses Quartetts jedoch immer eingängig und verständlich.
Am 16. April 2020 erschien das Debütalbum des Yaroslav Likhachev Quartetts „Crumbling“ auf renommierten JazzHausMusik Label.
Im Jahr 2019 tritt Yaroslav Likhachev Quartet beim weltberühmten MOERS Festival auf.
Gewinnerband des Jazz-Stipendiums jazz@undesigned2018 der Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung.
“…the musical rapport developed between its members is founded on a depth of artistic
communication that is quite fascinating to observe. Managing to transform the bebop
language into new forms of expression, Likhachev’s bracingly fresh debut is strongly
recommended.”

  • Filipe Freitas, JazzTrail
    “The four musicians are true virtuosos, who selflessly playing together.”
  • Jeroen de Valk, JazzFlits
    “…analyzing the traditional jazz idioms, Yaroslav disassembles them into bricks-atoms, from
    which grows, synthesizes his own music, in his own individual jazz language.”
  • Leonid Auskern, Jazzquad

MAIK KRAHL QUARTETT – 9.2.2020, 18 Uhr

Maik Krahl Quartett – Decidophobia

VÖ: Oktober 2018 Double Moon/Challenge Records
„Decidophobia“ bezeichnet die Angst, Entscheidungen zu treffen. Das klingt erstmal ungemütlich und dass eine Jazz-Platte so heißt, wirft zugegebenermaßen auch Fragen auf, muss man bei der Produktions eines Albums doch so einige Entscheidungen treffen.
Angst vor Entscheidungen hat der junge in Köln lebende Trompeter Maik Krahl aber überhaupt nicht. Geboren 1991 in Bautzen, arbeitet er seit seinem 8. Lebensjahr entschlossen an seiner Karriere als Jazz-Trompeter. Nur ein kleiner Auszug seiner beachtlichen Stationen sind ein Platz im Bundesjugendjazzorchester, ein Jazz-Studium in Dresden bei Till Brönner, ein Master-Studium bei Ryan Carniaux an der Folkwang Universität der Künste Essen sowie zahlreiche Tourneen in unterschiedlichsten Formationen. Und eben das 2017 gegründete Maik Krahl Quartett, das nun sein Debütalbum veröffentlicht.
Bei „Decidophobia“ kommen Freunde von traditionellem Jazz genauso auf ihre Kosten wie all jene, die es etwas experimenteller mögen. Stets bleibt Maik Krahls an Chet Baker erinnernder weicher Trompetensound der rote Faden. Den Spagat in die Moderne schafft er nicht nur spielerisch, sondern auch durch den geschmackvollen Einsatz von Effekten. Er versieht seine Trompete mit einem Delay, verfremdet ihr Signal durch Phaser oder Distortion.
Bass (Oliver Lutz) und Drums (Hendrik Smock) bilden die Klammer zu einem klassischen Jazz-Sound, um neben Maik Krahl’s Trompete abwechselnd mal Gitarre, mal Rhodes zu featuren.
Gitarristisch (Bruno Müller) gibt es auf Decidophobia neben weichen und spannenden Linien, die man auf einer Jazz-Platte erwartet, durchaus neo-soulige Momente in Spanky Alford-Marnier und Tasten-Freunde dürfen sich zudem auch auf ein wohlig-warmes wie ebenso facettenreiches Rhodes (Constantin Krahmer) freuen.
Besonders hervorzuheben sei der titelgebende Song des Albums, „Decidophobia“. Kaum hat sich der Zuhörer als einen soften, traditionellen Klang gewöhnt, setzen die Trompete und Gitarre mit verzerrtem Signal ein. Dies erweist sich in keinster Weise als verstörend, vielmehr ist es fast ein Radiohead-Moment. Gleichzeitig erinnert diese verzerrte Trompete wieder an den oldschooligen Sound eines Grammophons. Eine bewusste Entscheidung, hier keine Entscheidung zu treffen und den Flow zuzulassen, den das Stück einfordert. Dabei ist das ganze Album „Decidophobia“ neben aller Virtuosität wunderbar zugänglich und melodiös.
Bleibt also festzuhalten, dass die „Angst, Entscheidungen zu treffen“ sehr wohl etwas Gutes haben kann, wenn sie zu einem abwechslungsreichen und stimmigen Sound- & Motiv-Feuerwerk wie auf „Decidophobia“ führen kann.

COLOR CODES – COLOGNE MUNICH – 17.11. – 15.12.2019

Ausstellungseröffnung am 17.11.2019 um 11:00 Uhr.  
Es begrüßt Sie Vize-Bürgermeister Rudolf Eich.
Zur Einführung spricht Michael Schneider.

Die Ausstellung ist bis zum 15. Dezember 2019 jeweils samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 14 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter Tel. 02241/1261581 zu sehen.
Am 15.12.2019 findet um 11:30 Uhr die Finissage statt.

Petra Amerell Claudia Desgranges Isabelle Dyckerhoff Thomas Deyle
Rainer Gross Doris Hahlweg

3 KünstlerInnen aus München – 3 Künstlerinnen aus Köln
Sechs Maler*innen aus München und aus Köln, die in der Tradition der Farbmalerei stehen, haben trotz der täglichen virtuellen Bilderflut des digitalen Zeitalters mit Farbe und Pinsel auf Leinwand, Aluminium oder Acrylglas ihre ganz persönliche Handschrift entwickelt. Die Gemälde und Bildobjekte entstehen während des Malprozesses, ohne gegenständlichen Bezug und ganz aus der Farbe heraus. Trotz des gemeinsamen Themas unterscheiden sich die einzelnen Positionen der sechs Künstlerinnen und Künstler stark – ihre Schwerpunkte sind jeweils anders gelagert.
Die Auswahl der Maler/innen zeigt den jeweils unterschiedlichen Diskurs in Köln und in
München. In München ist der expressive, gestische Aspekt der Farbe auf Leinwand stärker im Vordergrund während in Köln die Auseinandersetzung mit ´Farbe an sich`auf unterschiedlichen Materialien erprobt wird.

Munich
So bestimmen freie und rhythmisch gesetzte Formen und sich überlagernde Flächen den Bildraum der großformatigen, farbintensiven Leinwände von Petra Amerell. Es geht der Künstlerin um die Frage, wie Farben im Bild miteinander kommunizieren, sich gegenseitig steigern, reizen und Farbklänge bilden, so dass ein aufregendes und vibrierendes Ganzes entsteht.
Im Gegensatz dazu stellt Isabelle Dyckerhoff die Frage: wie viel wenig ist genug, damit ein Bild als Bild funktioniert? Im Mittelpunkt ihrer großformatigen – manchmal ungrundierten rohen Leinwand – steht die materielle Präsenz der Farbe und ihre räumliche Wirkung. Farbe kann gestisch den Bildraum erobern oder in relativ regelmäßigen rechteckigen Formen einem Raster oder Muster ähnlich die Leinwand bespielen oder ganz sparsam gesetzt werden.
Die Malerei auf Aluminium von Doris Hahlweg ist äußerst subtil – teils irisierend, teils
transparent, teils leicht und glänzend, teils schwer und matt – sind die Farben in wechselndem Duktus aufgetragen, wobei der Interaktion von Malgrund und Farbe eine zentrale Bedeutung zukommt. Der Objektcharakter von Farbe und Tafeln erweisen sich dabei als wesentliche Themen.

Cologne
Thomas Deyles Bilder auf Acrylglas gehören ins Zentrum des Purismus. Sein Thema ist die reine Farbe, sie ist das Subjekt und zugleich im wörtlichen Sinne ihr Gegenstand. In
hundertfachen Schichten wird die dünnflüssige Farbe auf den Bildträger aufgetragen.
Die Farbe ist Fläche und zugleich virtueller Raum. Farbe und Licht werden in seinen Bildern zu fast spürbarer Energie.
Die ´Twins`- oder Contaktpaintings von Rainer Gross sind Diptychen, zweiteilige
gleichgroße Bilder, die durch ein aufwendiges technisches Verfahren hergestellt werden. Sie entstehen durch Abdrücken des einen Bildes auf das andere.
Die mit unterschiedlichen Farbmaterialien benetzten Bilder werden erst durch das
Zusammenpressen der einzelnen Formate – sozusagen – „bemalt“.
Es entstehen Bilder mit einem intensiven Kolorit und einer enormen haptischen Präsenz des flächigen Farbauftrags.
Claudia Desgranges beschäftigt sich in ihren mehrteiligen Arbeiten auf Aluminium mit den Grundlagen der Malerei und ihren Möglichkeiten. Die meist zwei- oder dreiteiligen,
farbintensiven Bilder(„composite paintings“), sind so aufeinander bezogen installiert, dass sich die dünnen Aluminiumplatten gegenseitig überlagern. Die einzelnen unterschiedlichen Bildformate bestehen z.T. aus Zitaten der – eigenen – Malereigeschichte. Im Spiel mit den unterschiedlichen Farben, Bewegungsrichtungen und Geschwindigkeiten werden neue
Seherfahrungen initiiert.

Ausstellungsansicht COLOR CODES – COLOGNE MUNICH im Kunsthaus Troisdorf
© BAQUET PHOTODESIGN

EMIßATETT – 3.11.2019, 18 Uhr

Elisabeth Coudoux– Cello, Komposition

Matthias Muche – Posaune

Robert Landfermann – Kontrabass

Philip Zoubek – präpariertes Piano

Etienne Nillesen – snare drum & cymbals

Das Emißatett besteht seit 2013, und Elisabeth Coudoux und ihr Cello waren und sind sein  musikalischer und organisatorischer Ausgangspunkt. Am Anfang war es ein Trio, zwei regelmäßige Gäste stockten es zum Quintett auf. Häufig werden weitere Gäste einbezogen. In dem Namen der Band klingt der Vorname der Gründerin aus einiger Ferne an. Auch der „Emissarius“, der ein Abgesandter ist oder ein Späher, ist darin verborgen. [Späher beherrschen die Kunst, sich zu verbergen, und seit Jahren vertrauen sie einander auf ihren Wegen.]

Das Emißatett findet und erforscht überlieferte und neue Arten, Musik zu spielen. Jede/r trägt die gleiche Verantwortung für das Ganze, das ständig Farbe, Dichte und Richtung ändern kann. Jede/r hört in jedem Augenblick, was zu tun und was möglich ist. Das Quintett bewegt sich in einem mehrdimensionalen Spiel-Raum, wo niemand nur den Anderen folgen kann.

Das Cello, sonst eher bekannt als leicht melancholische Romantikerin, kreischt und bebt und springt in die Zeit. Zusammen mit dem Klavier als Raumschiff, der Snare als Satellit, dem Bass als Nährstoff und der Posaune als Transducer sprengen sie das Nichts Tun. Klänge rauschen vorbei, die dich dein Inneres in Ruhe begehen lassen, um dich mit gedehnter Wahrnehmung wieder abzusetzen. Destination Multiversum.